Hundesitter oder Hundepension: was tun, wenn der Hund nicht mit in den Urlaub kann?

Pfotenferien-Redaktion · Stand: November 2026 · 6 Min. Lesezeit

Illustration: Hund mit Übergabemappe, Leine und Schlüsselbund vor einer Haustür

Kurz gesagt

Ein Hundesitter bei dir zu Hause oder bei sich ist für viele Hunde die entspannteste Lösung, weil Umgebung und Routinen vertraut bleiben. Eine gute Hundepension bietet dafür feste Strukturen und Kontakt zu anderen Hunden. Entscheidend sind ein Probetag, eine schriftliche Übergabe mit Routinen, Futter, Medikamenten und Notfallkontakten – und bei gewerblichen Anbietern die Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz.

Nicht jeder Urlaub ist ein Urlaub mit Hund. Fernreisen, Städtetrips mit viel Museum, eine Hochzeit im Ausland oder ein Krankenhausaufenthalt – es gibt viele Gründe, warum der Hund zu Hause bleiben muss. Dann stellt sich die Frage: Wer kümmert sich, und wie stelle ich sicher, dass es meinem Hund gut geht? Dieser Artikel vergleicht die Möglichkeiten, nennt die Fragen, die du stellen solltest, und zeigt, was in eine gute Übergabe gehört.

Die Möglichkeiten im Überblick

Lösung Gut für Weniger gut für
Freunde oder Familie Hunde, die die Person kennen, kurze Abwesenheiten lange Zeiträume, Hunde mit besonderen Bedürfnissen, wenn die Person wenig Zeit hat
Hundesitter bei dir zu Hause Hunde, die an ihrer Umgebung hängen, ältere Hunde, mehrere Tiere Hunde, die nicht gern allein sind, wenn der Sitter nur zu Besuchszeiten kommt
Hundesitter bei sich zu Hause Hunde, die Familienanschluss mögen Hunde, die mit anderen Tieren im Haushalt nicht klarkommen
Hundepension sozial verträgliche Hunde, längere Abwesenheiten sehr unsichere, kranke oder alte Hunde, Hunde, die Gruppen nicht mögen
Tierheim mit Pensionsbetrieb Hunde, die mit Lärm und Betrieb gut umgehen sensible Hunde

Keine Lösung ist grundsätzlich besser. Es kommt auf deinen Hund an: Wie reagiert er auf fremde Orte, auf andere Hunde, auf Trennung? Wie viel Bewegung braucht er? Braucht er Medikamente?

Hundesitter: worauf du achten solltest

Ein Hundesitter kann ein privater Mensch aus der Nachbarschaft sein oder jemand, der gewerblich Hunde betreut. Für die Suche gibt es Vermittlungsplattformen, Aushänge beim Tierarzt, Hundeschulen und Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis.

Fragen beim Kennenlernen:

  1. Welche Erfahrung hast du mit Hunden in der Größe und dem Temperament meines Hundes?
  2. Wie sieht ein typischer Tag aus? Wie oft und wie lange geht ihr raus?
  3. Wie viele Hunde betreust du gleichzeitig? Gehen sie gemeinsam spazieren?
  4. Darf mein Hund ohne Leine laufen? Unter welchen Bedingungen?
  5. Wie bist du versichert? (Gewerbliche Sitter sollten eine Betriebshaftpflicht haben.)
  6. Was passiert, wenn du krank wirst? Gibt es eine Vertretung?
  7. Wie hältst du mich auf dem Laufenden – Fotos, Nachrichten, Anrufe?
  8. Was machst du im Notfall, und welche Tierarztpraxis würdest du aufsuchen?

Gewerbliche Hundesitter, die regelmäßig gegen Bezahlung Hunde betreuen, brauchen in der Regel ebenfalls eine Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz. Frag danach, wenn es sich nicht um eine Privatperson handelt.

Hundepension: worauf du achten solltest

Eine gute Hundepension erkennt man nicht an der Website, sondern beim Besuch. Vereinbare einen Termin und schau dir an:

  • Räume und Ausläufe: sauber, sicher eingezäunt, Schatten und Rückzugsorte?
  • Gruppen: Wie groß sind die Gruppen, und wie werden die Hunde zusammengestellt?
  • Schlafplätze: Schlafen die Hunde einzeln, zu zweit oder in Gruppen? Darf die eigene Decke mit?
  • Personal: Wie viele Menschen kümmern sich um wie viele Hunde? Ist nachts jemand da?
  • Erlaubnis: Gibt es die Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz?
  • Impfungen: Welche Nachweise werden verlangt? Eine Pension, die gar nicht nachfragt, ist ein Warnzeichen.
  • Notfälle: Mit welcher Tierarztpraxis arbeitet die Pension zusammen?

Der Probetag: nicht überspringen

Ein Probetag oder eine Probenacht zeigt, ob es passt – für deinen Hund, für den Sitter und für dich. Achte danach auf das Verhalten deines Hundes: Ist er entspannt, müde, normal hungrig? Oder sehr aufgedreht, verängstigt, frisst er nicht? Leichte Müdigkeit ist normal, starke Veränderungen sind ein Zeichen, dass die Lösung nicht passt oder mehr Gewöhnung braucht.

Bei längeren Reisen lohnt sich eine schrittweise Gewöhnung: erst ein paar Stunden, dann ein ganzer Tag, dann eine Nacht.

Die Übergabe: was der Sitter wissen muss

Viele Probleme bei der Betreuung entstehen nicht durch fehlende Liebe, sondern durch fehlende Informationen. Der Sitter weiß nicht, dass der Hund bei Gewitter in die Badewanne flüchtet, dass er Hühnerknochen auf der Straße frisst oder dass die Gartentür hakt. Deshalb gehört zu jeder Betreuung eine schriftliche Übergabe.

Das gehört in die Übergabe

Kontakte

  • deine Handynummer und eine Kontaktperson vor Ort, die Entscheidungen treffen darf
  • Haustierarzt mit Adresse und Sprechzeiten, nächste Tierklinik mit Notdienst
  • Versicherung (Haftpflicht, eventuell Krankenversicherung) mit Nummer
  • Chipnummer und Haustierregister

Routinen

  • Fütterungszeiten, Menge, Futtersorte, was er nicht bekommen darf
  • Gassizeiten und übliche Runden, Leinenregeln
  • Schlafplatz, Rituale am Abend
  • Kommandos, auf die dein Hund hört – mit genau den Wörtern, die du benutzt

Gesundheit

  • Medikamente: Name, Dosis, Zeitpunkt, wie du sie gibst
  • Allergien, Unverträglichkeiten
  • Verhalten bei Krankheit: Woran erkennt man, dass es ihm nicht gut geht?

Besonderheiten

  • Ängste (Gewitter, Feuerwerk, Männer mit Hut, Fahrräder)
  • Verhalten gegenüber anderen Hunden, Katzen, Kindern
  • Jagdtrieb, Fressen von Dingen unterwegs

Haushalt

  • Wo sind Futter, Leinen, Handtücher, Kotbeutel, Medikamente?
  • Wie funktioniert die Gartentür, die Alarmanlage, die Heizung?
  • Was tun, wenn etwas kaputtgeht?

Erlaubnis für den Notfall

  • Darf der Sitter im Notfall Behandlungen freigeben? Bis zu welcher Summe? Wer bezahlt die Tierarztrechnung vor?

Kosten realistisch einplanen

Bei der Betreuung lohnt es sich, nicht nur auf den Tagespreis zu schauen. Frag bei jedem Angebot nach:

  • Was ist im Preis enthalten? Futter, Medikamentengabe, Fellpflege, Gassirunden, Fotos und Berichte?
  • Gibt es Zuschläge? Etwa für Feiertage, Wochenenden, späte Abholung, einen zweiten Hund oder besondere Pflege.
  • Wie wird abgerechnet? Pro angefangenem Tag oder pro Übernachtung? Gibt es eine Anzahlung, und was passiert bei einer Stornierung?
  • Was passiert bei Tierarztbesuchen? Wer fährt hin, wer bezahlt vor, und wird die Fahrt berechnet?

Bei Freunden und Familie ist Geld oft kein Thema – ein kleines Dankeschön und die Übernahme aller Kosten für Futter und eventuelle Tierarztbesuche sollten aber selbstverständlich sein. Kläre auch das vorher, damit es keine Missverständnisse gibt.

Vor dem Urlaub: die letzten Tage

  • Futter, Medikamente und Leckerlis für die ganze Zeit plus Reserve bereitstellen.
  • Die Übergabe ausdrucken und an einen festen Ort legen, zusätzlich als PDF schicken.
  • Den Sitter beim Tierarzt als berechtigte Person anmelden, wenn das möglich ist.
  • Die Haftpflicht prüfen: Sind private Hüter mitversichert? Mehr dazu im Artikel Hundehaftpflicht im Urlaub.
  • Halsband mit Adressanhänger kontrollieren: Steht dort eine Nummer, unter der jemand erreichbar ist, während du weg bist?
  • Chipregistrierung aktuell? Eventuell die Nummer des Sitters vorübergehend ergänzen.

Während der Abwesenheit

Vereinbare, wie oft ihr euch meldet. Ein kurzes Foto am Tag reicht vielen Haltern, um entspannt zu bleiben. Gleichzeitig hilft es, wenn du nicht ständig anrufst – Hunde spüren die Unruhe nicht über das Telefon, Sitter aber schon. Ein gemeinsamer Tagesbericht mit Fressen, Gassi, Stimmung und Besonderheiten schafft Klarheit für beide Seiten.

Nach der Rückkehr

Viele Hunde sind nach einer Betreuung ein oder zwei Tage müde oder besonders anhänglich. Gib deinem Hund Zeit, wieder anzukommen. Frag den Sitter, was gut lief und was nicht, und notiere es für das nächste Mal. Wenn alles gepasst hat, lohnt es sich, den Kontakt zu pflegen. Gute Sitter sind wertvoll.

Doch lieber mitnehmen?

Manchmal stellt sich bei der Planung heraus, dass der Hund doch mitkommen kann – mit einer anderen Unterkunft, einem anderen Reiseziel oder einer anderen Anreise. Wenn es euer erster gemeinsamer Urlaub wäre, hilft unser Artikel Erster Urlaub mit Welpe oder ängstlichem Hund bei der Entscheidung. Für die Planung mit Hund gibt es außerdem die Packliste für den Urlaub mit Hund.

Häufige Fragen

Was kostet ein Hundesitter oder eine Hundepension?

Die Preise hängen stark von Region, Leistung und Hundegröße ab. Hundepensionen rechnen meist pro Tag ab, Hundesitter pro Besuch, pro Gassirunde oder pro Tag mit Übernachtung. Frag nach einem Gesamtpreis inklusive Futter, Medikamentengabe und eventueller Feiertagszuschläge.

Woran erkenne ich eine seriöse Hundepension?

Eine gewerbliche Hundepension braucht eine Erlaubnis des Veterinäramts nach § 11 Tierschutzgesetz – frag danach. Weitere gute Zeichen: Du darfst die Räume vor der Buchung ansehen, es gibt einen Probetag, Impfnachweise werden verlangt, die Gruppen sind überschaubar, und es gibt einen klaren Ablauf für Notfälle.

Wie lange vorher sollte ich einen Hundesitter suchen?

Für die Sommerferien und Feiertage am besten mehrere Monate vorher. Gute Pensionen und erfahrene Sitter sind früh ausgebucht. Plane außerdem Zeit für ein Kennenlernen und mindestens einen Probetag ein.

Welche Impfungen verlangt eine Hundepension?

Üblich sind die Grundimpfungen inklusive Tollwut, viele Pensionen verlangen zusätzlich eine Impfung gegen Zwingerhusten. Manche wollen auch einen aktuellen Nachweis über Floh- und Zeckenschutz oder eine Entwurmung. Die genauen Anforderungen legt jede Pension selbst fest.

Stand und Quellen

Dieser Artikel gibt den Stand von November 2026 wieder (veröffentlicht am 08. November 2026). Regeln, Preise und Bedingungen können sich ändern. Er ersetzt keine tierärztliche, rechtliche oder Versicherungsberatung.

  • § 11 Tierschutzgesetz – Erlaubnispflicht für gewerbsmäßige Tierbetreuung – Zuständigkeit beim örtlichen Veterinäramt
  • Eigene Redaktionsrecherche – Zusammenstellung typischer Übergabe-Inhalte, Stand November 2026
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